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Beatrix Schulte Wiengross

{jcomments on}Beatrix Schulte Wien kennt sich als Leiterin des DIPO (Deutsches Institut für Pferdeosteopathie) bestens mit der Anatomie und Biomechanik von Pferden aus. Wir haben Sie zu den Vorgängen während des Abreitens befragt.

Mit dem DIPO in Dülmen/Westf. verfolgt sie gemeinsam mit anderen Tierärzte, Osteotherapeuten, Physiotherapeuten, Hufschmieden, Sattlern, Reitern, Trainern und Pferdebesitzern einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Beteiligten rund ums Pferd mit einbezieht.  „Unser Ziel ist es, Pferd und Reiter in ihrer Mobilität und Bewegungsqualität zu fördern. Wir wollen beide gesund erhalten und in ihrer Leistung optimieren, falsche Belastungen ausgleichen und unnötige Schmerzen vermeiden – ganz im Sinne der klassischen Reitlehre. Das DIPO ist das einzige Zentrum in Deutschland, an dem Pferde und Menschen osteopathisch behandelt werden. Wir bilden DIPO-Pferdeosteotherapeuten und DIPO-Pferdephysiotherapeuten aus. Außerdem bieten wir Seminare zu den Themen Pferdeakupressur, Stresspunktmassage, Erste Hilfe, Fütterung und Haltung, Physikalischen Therapie, Leistungsdiagnostik– und Trainingstherapie, Neurologie, Flexibles Taping, und vielen weiteren Themen, an.“

Die Bilder aus Aachen sind leider nicht neu
„Ich fahre seit vielen Jahren nach Aachen, um die Dressurprüfungen anzuschauen“, sagt sie und berichtet weiter: „Leider sind die Bilder, die Sie von Aachen zeigen ja nicht auf Aachen begrenzt, aber sie sind auch nicht neu für Aachen, wenn ich nur an die WM 2006 erinnere und an die Stute Matinéé, die mit übelster Einstellung 2. in der Kür wurde. Die Zuschauer im Mercedes Benz Stadion, dort wurde die Kür geritten, jubelten geradezu orgiastisch, während ich bei dieser zwangseingestellten Vorstellung eher körperliche Schmerzen empfand. Auch ein namhafter deutscher Sattelhersteller und ein ebenso namhafter Sponsor hatten keine Probleme, noch monatelang mit dieser so schrecklich zusammengezogenen Stute mit durchgetretenen Fesselköpfen, weggedrücktem Rücken, engstem Hals und verzweifelt schlagenden Schweif ganzseitige Werbung in den unterschiedlichen Pferdemagazinen zu veröffentlichen.“

Die Kritik reicht weiter
Als Expertin in Sachen Pferdekörperbau kritisiert Beatrix Schulte Wien nicht nur die Bilder, die Kriemhild Morgenroth auf Facebook veröffentlicht hat, sondern ihre Kritik geht deutlich weiter: „Ich kritisiere jeden Reiter und jede Reiterin, die ihr Pferd so reitet, dass es deutliche Zeichen des Unwohlseins oder Schmerzes zeigt wie eben schlagender Schweif, weggedrückter, fester Rücken, enge oder herausgedrückte Ganasche, kurzer aufgerollter Hals und durchgetretene Fesselgelenke.“

Ein internationales Problem
Für sind die Vorgänge beim Abreiten kein reines „Aachenphänomen“: „Solche Bilder und Videos kann man leider landauf und landab sowie international einfangen und das ist ein Riesenproblem. Leider gibt es nur sehr wenige Trainer, wie z.B. Klaus Balkenhol und Jan Nivelle, bei deren Reiten man konsequent die wirklich klassische Dressur sieht.“

Ein Lösungsvorschlag
Sie hat einen Vorschlag, mit der sich die Situation verbessern ließe: „Es wäre klasse, wenn alle Richter und Stewards eine Prüfung in funktioneller Reitlehre ablegen müssten, entsprechend dem Buch: „Der Reiter formt das Pferd“, das von den Tierärzten Prof. Otto Zietschmann und Dr. Udo Bürger bereits 1939 geschrieben wurde. Solange international so gerichtet wird, dass derartige Vorstellungen hochdekoriert werden, müssen wir uns doch nicht wundern, dass auch so geritten wird.
Wenn Sie sich das völlig falsch zusammengebaute Skelett anschauen, das an der deutschen Reit- und Fahrschule in Warendorf steht, an dem die deutschen Pferdewirtschaftsmeister und Pferdewirte in Anatomie ausgebildet werden, müssen wir uns auch nicht über die falsche Reiterei wundern.“


Weitere Infos unter www.osteopathiezentrum.de

 

Foto-Copyright: Horst Streitferdt

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