Werbung

Aufmachergross

{jcomments on}Im südlich von Hannover gelegenen Springe betreibt Doris Paschke ihren Paddock-Trail-Stall. In unserem Stall-Portrait erzählt sie von ihrem besonderen Stall.

Stell uns doch bitte kurz deinen Stall vor: Konzept & Art der Pferdehaltung, Größe, Pferdezahl, Weide- und Wiesenflächen, bevorzugte Reitweisen etc.

Wir betreiben den Paddocktrail „Im alten Lande“ mit rund 20 Pferden (reine Stutengruppe) südlich von Hannover. Bei uns wird artgerechte Pferdehaltung mit optimalen Trainingsbedingungen kombiniert.
Unser Paddocktrail bietet den Pferden ganzjährig eine Fläche von rund 8.000 qm. Das ist in etwa so groß wie ein standardmäßiges Fußballfeld. Doch der Trail ist natürlich nicht ein Rechteck, sondern durch die Wege sowie verschiedenen Bereiche strukturiert und gegliedert. Alle Pferde haben ausreichend Platz und Ausweichmöglichkeiten, müssen sich im Laufe des Tages immer wieder „auf den Weg“ machen. Auf dem Paddocktrail gibt es ganz unterschiedliche Bodenbeläge: Naturboden, Kies in unterschiedlichen Körnungen, Beton, Sand, Paddock-Platten.
Wir füttern Heu ad libitum, also Heu „satt“. Wir achten auf pferdegerechtes Heu mit einem hohen Struktur- und niedrigen Fruktangehalt. Es gibt einen befestigten und überdachten Raufutterbereich (mit zwei offenen Heuraufen) im oberen Teil des Trails. Eine weitere überdachte, offene Heuraufe steht am anderen Ende des Paddocktrails. Durch zwei beheizbare Tränken ist gewährleistet, dass die Pferde auch im Winter immer Zugang zu frischem Wasser haben. In der frostfreien Zeit gibt es zusätzlich eine Trogtränke.
Zum Dösen und Schlafen stehen der Herde zwei Liegehallen mit je zwei Zugängen zur Verfügung. Diese sind mit einer Mischung aus Frischkompost und Siebgut (feine Holzhackschnitzel) eingestreut, die bei Bedarf erneuert bzw. aufgefüllt wird. Um die Staubbelastung so niedrig wie möglich zu halten, wird der Liegebereich im Sommer regelmäßig gewässert. Ein Sandplatz lädt zum Wälzen und zur Fellpflege ein.
Die Versorgung mit Kraft- und Mineralfutter erfolgt über einen computergesteuerten Automaten des Herstellers HIT. Als Kraftfutter kann zwischen Hafer und gequetschter Gerste gewählt werden. Das Mineralfutter in Pelletform ist auf die Heu-ad-libitum-Fütterung abgestimmt. FTH1905
Wir bieten ganzjährig stundenweise (ca. ein bis vier Stunden, je nach Jahreszeit und Bewuchs) Weidegang an. Wir haben eine Weidefläche von ca. drei Hektar zur Verfügung.
Überall auf dem Trail gibt es Bäume und Büsche (zum Beispiel Birken, Weiden, Weißdorn und Wildrosen), die gern von den Pferden beknabbert werden. Regelmäßig legen wir zusätzlich kleine Stämme und Äste auf den Trail, die zum Spielen animieren und genussvoll verzehrt werden. Die größeren Bäume werden zudem als Schutz vor Sonne, Regen und Insekten genutzt.
Direkt neben dem Raufutterbereich ist die Eingewöhnungsbox, wo „Neuankömmlinge“ erste Kontakte zur Herde knüpfen und alle sich beschnuppern können. Diese und eine weitere Box kommen bei Bedarf außerdem im Krankheitsfall zum Einsatz.

Unsere Trainingsmöglichkeiten
Der Reitplatz mit Flutlichtanlage ist 30x36 m groß und mit einer Sand-Siebgut-Tretschicht gefüllt, in der die Hufe nicht zu tief einsinken. Die 15x30 m große, beleuchtete Halle mit Beregnungsanlage ist mit dem gleichen Bodenbelag ausgestattet. Zusätzlich kann die 600 m lange Ovalbahn mit Naturboden genutzt werden. Zum Ausreiten laden die vielen Feldwege und der ganz in der Nähe liegende Deister ein. Die vorhandenen Trainingsmaterialien (Sprunghindernisse, Cavaletti, Dualgassen, Pylonen etc.) können von allen Einstellern genutzt werden.
In unserem Pensionsstall sind alle Reitweisen herzlich willkommen. Ob Dressur-, Barock- oder Vielseitigkeitsreiterei: Uns ist vor allem der faire und partnerschaftliche Umgang mit den Pferden wichtig, die innere Einstellung des Menschen zu seinem Pferd. Pferde sind keine Sportgeräte, die man benutzen und danach in die Ecke stellen kann, sondern Lebewesen mit ganz speziellen Bedürfnissen.
 

Wie spiegelt sich deine Haltung gegenüber Pferden in deinem Stall wieder? Wirkt sich das auf die Art der Pferde-Haltung?

Die Pferde stehen bei uns ganz klar im Mittelpunkt. Für mich ist vor allem die große Fläche absolut wichtig. Dadurch ist die Herde entspannt und es entsteht kein Stress. Jedes einzelne Pferd kann sich bei Bedarf zurückziehen, auch rangniedrige Pferde können in Ruhe fressen und schlafen.
Durch die kontinuierliche Bewegung auf dem Trail sind die Pferde ausgeglichen und können sich ganz nach ihren individuellen Wünschen den Tag gestalten. Langeweile kennen sie nicht, denn es gibt ja immer was zu „tun“ und zu entdecken. Sie erleben die Jahreszeiten intensiv und dürfen einfach „Pferd“ sein mit all den Bedürfnissen, die diese wunderbaren Lauftiere haben.

 

Welche Pläne und Wünsche hast du für deinen Stall?

Im Großen und Ganzen soll es so weiterlaufen wie bisher. Natürlich überlegen wir permanent, welche Dinge noch verbessert werden können. Ein Wunsch wäre, wenn man den Kreislauf der Mistentsorgung optimieren könnte. Ich fände es klasse, wenn ich die Pferdeäpfel direkt auf dem Hof kompostieren und danach wieder auf die Weide zur Düngung aufbringen könnte. Doch das ist mit der aktuellen Düngeverordnung leider nicht möglich.

 

Wie würde dein Traum-Stall aussehen?

Den habe ich mir im Grunde verwirklicht. Wir haben einen Paddocktrail mit viel, viel Platz. Das ist für mich absolut am wichtigsten.

 

Wie sieht ein Tagesablauf in deinem Betrieb aus?

Morgens versorge und trainiere ich die Beritt- und Gastpferde sowie meinen eigenen zwei Stuten. Währenddessen kümmert sich ein Minijobber darum, den Trail zu reinigen und kleinere Reparaturen vorzunehmen. Mittags ist meistens Bürozeit für mich. Da kümmere ich mich beispielsweise um die Veranstaltungsorganisation und beantworte Anfragen.
Die Nachmittage sind immer etwas unterschiedlich. Mal müssen die Heuraufen befüllt werden, mal stehen größere Reinigungsarbeiten an oder Material wird geliefert. Und meistens ist von Montag bis Freitag vom Nachmittag bis zum Abend Unterricht. Meine Tage sind auf jeden Fall gut gefüllt! An den Wochenenden ist oft eine Veranstaltung, die vorbereitet und betreut werden muss.

 

befestigter Paddock und Liegehalle

 

Welche Maschinen setzt du in deinem Stall ein?

Wir setzen eine Elektro-Schubkarre und einen Trecker ein. Der Trecker wird zum Beispiel für die Weidepflege und die Verteilung der Heuballen auf die Raufen eingesetzt. Die Elektro-Schubkarre ist täglich beim Abäppeln im Einsatz.

 

Welche Ausbildung hast du selber als Stallbetreiber?

Ich habe eine betriebswirtschaftliche Ausbildung absolviert und bin gelernte Gärtnerin. Mein Mann ist Landwirt und hat eine handwerkliche Berufsausbildung.

 

Welche Fortbildungen hast du schon besucht?

Ich habe vor der Stallgründung eine Fortbildung zur Gestaltung von Paddocktrails und ein Seminar zum wirtschaftlichen Betrieb von Pensionsställen besucht.
Für meine Tätigkeit als Trainerin besuche ich kontinuierlich Fortbildungen.

 

Welche eigenen Angebote bietest du an (Reitunterricht, Seminare, Ausritte etc.)?

Ich bin zertifizierte Trainerin FN Klassisch-Barock und biete Unterricht sowohl für Einsteller als auch externe ReiterInnen an. Ich stimme meinen Unterricht immer auf die jeweiligen Schüler ab. Das Angebot reicht von Reitunterricht und Longenarbeit über Arbeit an der Hand und Springtraining bis hin zur Geländegewöhnung. Das ist für jedes Pferd-Mensch-Paar sehr individuell.
Ich biete monatlich Trainingstage an, organisiere übers Jahr verteilt Kurse und Vorträge mit externen Referenten/Trainern.
Ich nehme Jungpferde in Ausbildung und erteile Beritt ganz nach Bedarf. Es besteht die Möglichkeit, dass man Pferde zu mir für mehrere Monate in Beritt bringt. Auch Pferde, die nach einer Verletzung oder Erkrankung wieder sanft antrainiert werden sollen.
Wir haben bei uns auf dem Hof eine Box mit Soleverneblung für Pferde mit akuten oder chronischen Lungenerkrankungen. Da bieten wir Kuraufenthalte mit und ohne Bewegungseinheiten sowie ambulante Termine an.
Außerdem habe ich eine Ausbildung zur Fayo (Faszienyoga)-Trainerin absolviert. FaYo besteht aus speziellen gelenk- und wirbelsäulenoptimierten Übungen, welche den Stoffwechsel aktivieren und für ein gesundes Bindegewebe sorgen. So können sich (nicht nur) ReiterInnen fit halten.

 

Hast du ein Qualitätsmanagement in deinem Stall? Wie stellst du sicher, dass alles gut läuft?

Aspekte wie die Sicherheit der Pferde und eine gleichbleibend gute Futterqualität sind mir sehr wichtig. Unser Paddocktrail ist bei der LAG (Laufstallarbeitsgemeinschaft) in 2017 mit der höchsten Sterne-Anzahl ausgezeichnet worden, ebenso sind wir Mitglied im PferdeSportVerband Hannover e.V. . Dadurch werden bei uns auch externe Kontrollen, quasi mit dem Blick von außen, durchgeführt. Das schützt auf jeden Fall schon mal vor „Betriebsblindheit“.
Aber letztendlich müssen wir alles jeden Tag selbst im Blick behalten. So lassen wir zum Beispiel regelmäßig das Heu analysieren.

 

Ist dein Stall ein Hobby, Nebenerwerb oder musst du davon leben? Wie kannst du für dich eine Wirtschaftlichkeit erzielen?

Für mich es der Stall mit allen seinen weiteren Angeboten Haupterwerb. Die Wirtschaftlichkeit ist wirklich eine Sache, die nicht einfach zu bewerkstelligen ist. Man braucht definitiv einen langen Atem, muss sehr gut kalkulieren und alles mehrfach durchdenken. Gerade die Kosten für die Bereitstellung der Anlage mit Instandhaltung, Versicherungen und Steuern sind ein monatlicher Kostenfaktor, der nicht zu unterschätzen ist. Hochwertiges Futter, Mistentsorgung und natürlich die Arbeitszeiten kommen noch dazu.
Um dennoch ein Auskommen zu haben, sind weitere Angebote „rund ums Pferd“ notwendig. So zum Beispiel der Reitunterricht und die Vermietung der Anlage an externe Trainer, die bei uns Kurse durchführen.

 

Was zahlt man als Einsteller bei dir pro Pferd und Monat und was ist darin enthalten?

Einsteller zahlen bei uns auf dem Paddocktrail aktuell 370 Euro pro Monat. Darin sind folgende Leistungen enthalten:

  • •    Vollpension
  • •    Heu ad libitum
  • •    Hafer oder Gerste (max. 2 kg pro Tag)
  • •    Mineralfutter optimin P von hippomix (abgestimmt auf Heu ad libitum)
  • •    Computergesteuerte Fütterung von Kraft- und Mineralfutter durch HIT-Kraftfutterstation
  • •    Beheizte Tränken und Trogtränke in der frostfreien Zeit
  • •    Geschützter Liegebereich
  • •    Überdachter, befestigter Raufutterbereich
  • •    Teilweise befestigte Außenbereiche und Laufwege
  • •    Ganzjährig stundenweise Weidegang
  • •    Rund 8.000 qm Trail-Fläche mit Baumbestand (regelmäßige Reinigung sowie Kontrolle, Pflege und Instandhaltung der Anlage)
  • •    rotierender Wochenend- und Feiertagsdienst durch die Einsteller
  • •    Tägliche Sichtkontrolle der Pferde
  • •    Nutzung von Reitplatz mit Beleuchtung, Reithalle, Waschplatz, überdachtem Putzplatz und Sattelkammer (Sattelschrank wird zur Verfügung gestellt)

 

Ausführliche Informationen zum Pensionsstall und den weiteren Angeboten gibt es unter www.paddocktrail-springe.de

Unsere Newsletter

Hier kannst du dich zu unserem kostenlosen Newsletter anmelden. Bitte lese vorher unbedingt unsere Datenschutzrichtlinien Wenn du eingeloggt bist und auf die Newsletter-Verwaltung gehst, kannst du dir übrigens die Daten, die beim Newsletter gespeichert werden herunterladen oder selber löschen.
I agree with the Nutzungsbedingungen

CountryReitenLogo VFD-Partner-LOGOLoRes

Wir sind Partner

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen