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Aufmacher
Wer Mallorca sagt, denkt an Massentourismus und wunderschöne Natur. Letztere lädt geradezu ein, sie mit dem Fahrrad, auf Wanderungen oder mit dem Pferd zu entdecken. Sogar mehrtägige Wanderritte werden dort angeboten.

Mallorca ist die größte Insel der Balearen, gehört zu Spanien und liegt im westlichen Mittelmeer. Bekannt wurde die Insel als günstige Destination für den Massentourismus. Bierselige Deutsche, die zu schlechter Schlagermusik ihren übergewichtigen Körper bewegen, haben das Mallorca-Bild genauso geprägt, wie Dieter Bohlen und andere Prominente, die dort ihre Fincas haben. Doch sobald man die Hotspots der Insel einige Kilometer hinter sich lässt, erwartet einen eine oft noch fast unberührte Natur, die von spröder Schönheit ist. Doch nicht nur die Strandregionen locken, insbesondere die von der Nord-Ost- zur Nord-West-Seite verlaufende Serra de Tramuntana ist eine Gebirgsregion, die weit über 1.000 Meter reicht und teils Fjord-artige Schluchten bietet. Allerdings fällt der Zugang zu diesen Regionen nicht immer leicht, was zum einen am Privatbesitz liegt und zum anderen daran, dass es kein sehr umfangreiches Wegenetz gibt. Will man zu Fuß oder mit dem Pferd diese Regionen erkunden, sollte man sich auf jeden Fall einem Führer anvertrauen, der die Wege kennt und oft auch die Schlüssel zu den Touren hat, die über Privatgelände verlaufen.
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Fragwürde Reitangebote
Auf Mallorca gibt es angesichts der Massen, die die Insel jährlich besuchen, vergleichsweise wenige wirkliche Ställe. Zwar findet man überall da, wo viele Touristen anzutreffen sind, Reitangebote, von denen man aber besser die Finger lässt. Hier stehen die Pferde oft den ganzen Tag angebunden und warten auf Kunden. Tierschutz ist in Spanien leider sehr häufig ein Fremdwort und so kann man solche „Ställe“ nur konsequent ignorieren.
Allgemein sind die Haltungsbedingungen dort natürlich auch noch einmal etwas anspruchsvoller, als in Deutschland. Wasser, Heu und Schatten sind im Sommer oft nicht in den gewünschten Mengen vorhanden. Staub gehört hier zum Reiten wie eine zweite Haut.
Diese Vorsicht sollte man aber auch bei den Anbietern walten lassen, die durchaus eher als „echter“ Stall durchgehen. Ein genauer Blick auf Haltungsbedingungen und Umgang mit den Pferden sollte Pflicht sein, bevor man sich entscheidet, irgendwo einen Ritt zu buchen.

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Gute Erfahrungen
Genau das haben wir auch getan und nach einigem Herumschauen in Cala Rajada an der Ostküste von Mallorca „Eddie´s Stall“ entdeckt. In diesem vielbesuchten Ort, in dem neben Spanisch hauptsächlich Deutsch gesprochen wird, liegen direkt zwei Ställe nebeneinander. Bei Eddie wird man herzlich empfangen und sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene finden hier den passenden Ritt. Ob mit anschließender Paella, mit Sandwich und Pause am Strand, hier wird jeder etwas finden. Sehr positiv überrascht hat uns der Zustand der Pferde. Gerade bei Touristenställen bekommt man gerne Pferde, die Tag für Tag die gleichen Strecken laufen und deswegen auch genau wissen, wo getrabt und wo galoppiert wird. Oder man bekommt eine lahme Mähre, die völlig taub im Maul ist.

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Hier ist das nicht so, die Pferde wirkten frisch und gut gepflegt und wir buchten einen zweieinhalbstündigen Ausritt. Die Tiere sind in einem wunderbaren Zustand, feinfühlig und lauffreudig. Mein Andalusier reagiert auf die kleinsten Hilfen und nach verschiedenen Trabstrecken schießen wir über lange Sandwege durch die Pinienwälder im Hinterland von Cala Rajada. Die Gruppe hat zwei Rittführer, sodass wir uns zwischendurch immer wieder trennen können. Die Anfänger sammeln so im gemächlichen Tempo mit gutem Gefühl erste Erfahrungen und die fortgeschrittenen Reiter können es krachen lassen. In fliegendem Galopp rasen wir über kleine Sandwege durch den Pinienwald, unserer Pferde scheinen jede Wurzel und jeden Stein zu kennen und so geht es in rasantem Tempo und mit einem sicheren Gefühl durch die Natur.

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Ok, Helme gab es zu diesem Ritt leider keine, die Rittführerin entpuppte sich als 15 jähriger Feriengast, aber da wir die Pferde gut unter Kontrolle hatten, war die Gesamtsituation für uns in Ordnung und wir buchten für einen der kommenden Tage einen Ganztagesritt mit Badepause am Meer.
Bei diesem Tagesritt können wir unsere Pferde „vorbestellen“ und machen uns, mit entsprechendem Proviant versorgt, auf den Weg. In der Gruppe befinden sich nur erfahrene Reiter und der Rittführer, der ein stolzer Spanier ist, wie man ihn sich besser nicht vorstellen könnte. Er führt unsere Gruppe über sandige Pfade in den Pinienwald, von wo es weiter über teils sehr schmale und steinige Wege mal steil bergan und dann wieder tief herunter geht. Immer wieder erhaschen wir Blicke auf das tiefblaue Meer und den hellen Sandstrand. Nach den anfänglichen Sandwegen wechselt die Landschaft, wird karger. Die Pinienwälder werden von Buschwerk und niedrigen Sträuchern abgelöst. Die Wege sind, wie die restliche Umgebung, felsiger und zum Teil sehr steil. Auch beweisen die Pferde, wie trittsicher sie in diesem Gelände unterwegs sind. Wir überqueren verschiedene Täler, bevor es aus den Bergen herab in Richtung Strand geht.  Nachdem die Pferde sicher und im Schatten für die Pause „geparkt“ sind, geht es für uns an den Strand, während unser Rittführer bei den Pferde Wache hält. Wir genießen die Brandung und lassen uns danach in der Sonne trocknen.


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Zurück geht es dann wieder über sehr abwechslungsreiche Pfade, bevor uns auf den letzten zwei Kilometern mit dem gemeinsamen Schlussgalopp ein letzter Höhepunkt des Ritts erwartet. Der Galopp ist wunderbar, kontrolliert und doch schnell und ausladend. Hier können die Andalusier zeigen, was in ihnen steckt.
Verstaubt, aber mit einem glücklichen Lachen im Gesicht, kehren wir zum Stall zurück.
Mein Fazit fällt eindeutig aus: In diesem Stall stimmen Preis und Leistung und die Pferde werden gut behandelt und gehalten.

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Weitere Möglichkeiten
Mallorca bietet einige Reitställe, in denen Tagesritte möglich sind, aber auch Mehrtagesritte werden angeboten. Hier sollten Sie allerdings entweder im Frühling oder im Herbst buchen, da es im Sommer eben doch sehr heiß wird und nicht alle Ritte immer im Schatten verlaufen.

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Eddies Reitstall finden Sie hier: www.oyla.de/cgi-bin/designs/pferd/index.cgi?page=text&id=46466024&userid=80011677
Direkt neben Eddies Reitstall liegt die Rancho Bonanza (www.ranchobonanza.com), die eine deutsche Reiterin betreibt und die offensichtlich eine Vorliebe für die Farbe Rosa hat.

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Auch einen Besuch wert ist Hípica Formentor (www.hipicaformentor.com/en/). Hier sieht es zwar auf den ersten Blick ein bisschen nach aufgegebener Westernranch aus, aber die Betreiber reiten ihre Pferde gebisslos und barhufig. Ein Stall, bei dem das Wohl der Pferde im Vordergrund steht. Leben im Herdenverband ist hier erste Wahl und die Betreiber versuchen auch noch, Pferde, denen es nicht gut geht, bei sich aufzunehmen.
Eine kleine Übersicht über verschiedene Ställe auf Mallorca gibt es unter www.mallorca.de/sport/reiten.php5 und unter www.mallorca-majorca.de/reiten-auf-mallorca.php?link=sport

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